Ach ja – Hessen fördert jetzt den 4. Versuch

Hätte ich beinahe vergessen zu erwähnen – diese Woche hatte ich ein Schreiben vom KWZ im Briefkasten. Und es war keine Rechnung. Stattdessen die Information, dass das Land Hessen jetzt bei einem 4. Versuch einer IVF/ICSI 75% des Selbstkostenanteils erstattet.

Die Voraussetzungen sind:

  • Alter der Frau: Zwischen vollendetem 25. und vollendetem 40. Lebensjahr
  • Alter des Mannes: Zwischen vollendetem 25. und vollendetem 50. Lebensjahr
  • beide Partner haben ihren Hauptwohnsitz in Hessen
  • die Behandlung wird in einem reproduktionsmedizinischem Zentrum in Hessen durchgeführt
  • heterosexuelle, verheiratete oder in einer festen Lebensgemeinschaft verbundene Paare (manche sind halt gleicher…)
  • IVF: bis max. 3000€, ICSI: bis max. 3300€

Das ist jedenfalls mal eine gute Nachricht. Einige Bundesländern unterstützen uns Kinderwünschler ja schon in irgendeiner Art, aber Hessen war bisher noch nicht darunter.

Ich hoffe sehr es kommt nicht so weit, dass wir diese Option ziehen müssen. Aber es ist gut zu wissen, dass der finanzielle Druck nicht ganz so schnell käme. Mein „Päckchen zu tragen“ ist auch wirklich schon gut genug mit emotionalem Ballast gefüllt. …

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So geht’s weiter – die 1. Kryo geplant

Gestern war der Termin für die Nachbesprechung im Kinderwunschzentrum. Diesmal durfte mein Mann mal hautnah miterlebt worüber ich mich immer beschwere. Auch zu zweit haben wir über eine Stunde das überhitzte Wartezimmer beehrt. Am Ende konnten wir bei der Besprechung mit der Ärztin die Tür offen lassen, weil sich, während wir im Wartezimmer saßen, nach und nach alle anderen verabschiedet hatten. Privatbehandlung mal anders.

Resultat der Besprechung: Ich soll noch zwei Zyklen warten, bis zum Rücktransfer. Die Eierstöcke sind noch ziemlich vergrößert. Joggen ist auch noch nicht wieder drin, das Risiko einer Stieldrehung wäre noch zu hoch.

Eines meiner PCOS Symptome ist allerdings eine sehr unregelmäßige Periode. Deshalb soll ich jetzt Cyclo-Progynova (Hormonpräparat) nehmen, damit die zwei Zyklen auch zwei Monate sind und nicht 3-5 Monate.

Die erste Periode nach der Stimulation kam schon ca. 6 Tage nach Punktion. Und nicht zu gering. Solche riesigen Stücke von Gebärmutterschleimhaut habe ich bisher noch nie gesehen. Die Tampons waren da komplett chancenlos, was ich leider auf der Arbeit feststellen musste. (Ich hoffe die auf diesem Gebiet zart besaiteten Leser haben bei „Periode“ aufgehört zu lesen. 😉 )

D.h. wenn die Tabletten anschlagen, würde der Transferzyklus in der ersten Oktoberhälfte beginnen. Diesmal wird nur mit Tabletten (Progynova) unterstützt. Keine Spritzen. 🙂 Und mit nur 1-2 Terminen (Halleluja!) für Ultraschall, um den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut zu kontrollieren. Also noch ca. zwei Monate zum Warten und Regenerieren.

Auftauen werden wir gleich 6 der eingefrorenen Eizellen, also die zwei 3er-Chargen. Hoffentlich haben wir am Ende mindestens 2 schöne Blastozysten, die zurücktransferiert werden können. Daumen drücken. 🙂

Aber jetzt heißt die oberste Devise erstmal: Erholen, wieder fit werden, runterkommen… .

 

Der Wunschtraum wird wahr – 15:10

OK, die Spannung ist mit der Überschrift weg – aber egal. 10 BEFRUCHTETE EIZELLEN diesmal!!! 🙂 🙂 🙂 Gestern habe ich davon noch geträumt. …

Um 11:30 Uhr kam der Anruf vom Labor. „Von den 15 entnommenen Eizellen waren 14 reif.“ … gut gut… weiter weiter … sag schon … „Davon haben sich 10 befruchten lassen.“ YEAH!!!!!! 🙂 🙂 🙂

15 entnommen, davon 14 reif und davon 10 befruchtet ist doch schon viel viel besser als 12 entnommen, davon 8 reif und davon 2 befruchtet. Was auch immer das letzte Mal nicht gepasst hat – diesmal war es deutlich besser. 🙂

Die 10 kleinen Hoffnungsträger sind jetzt in drei Einheiten von 4, 3 und 3 Stück eingefroren und warten auf ihren Einsatz. D.h. wenn ich dann in 1-2 Monaten wieder soweit fit bin und mein Hormonlevel wieder in normalen Gefilden angekommen ist (so normal wie bei PCOS eben normal ist), dann werde ich erstmal ohne weitere Stimulation auskommen. Für maximal 3 Versuche. Hoffentlich ist bei den 10 ein Baby für uns dabei.

Das Ergebnis stimmt mich jetzt zumindest wieder optimistisch, dass es noch klappen könnte. Seit langem mal wieder eine positive Nachricht auf diesem Gebiet. Davon dürfte es ruhig mehr geben. 🙂

 

ICSI #2 Punktion – 15:?

Punktion, die zweite. Diesmal keine Raupe im Ameisenhaufen, sondern alles ganz unspektakulär

Überpünktlich um 7 Uhr stehen wir im KWZ auf der Matte. Zwei andere Leidensgenossinen sind schon da, die erste sogar schon bei der Punktion. Nochmal kurz auf Toilette, untenrum freimachen und blaues Hemdchen anziehen, kurzes Gespräch mit der Anästhesistin, die gestern ja schon kurz angerufen hatte, dann auf der Liege bequem machen, Kanüle legen und warten bis der OP-Saal frei wird. Ich fühle mich schon wie ein alter Hase. Aufgeregt? Nee, passt schon. Solange ich nicht wie bei den Kontrollterminen sinnlos stundenlang hier rumsitzen muss bleibt der Blutdruck auch unten.

Kaum sitze ich auf dem Behandlungsstuhl geht’s auch schon los mit der Narkose. „In welches Land soll die Traumreise gehen?“ Äh, ich bin jetzt gerade nicht in Urlaubsstimmung. Aber passt schon, ich bin eh gleich weg.

Nach dem Aufwachen (mehr als 15 min können es eigentlich nicht gewesen sein) geht es wieder zurück auf die Liege in den Raum nebenan und ich bestelle erstmal einen Schwarztee. Blutdruck ist OK, nur etwas Schmerzen habe ich noch. „Das Zäpfchen wirkt gleich.“ Die Punktionen/ Rücktransfers sind in diesem KWZ erfreulich gut organisiert und die Ärzte/ Arzthelferinnen alle nett und wirken kompetent. Wenn das mal bei den Kontrollterminen auch so laufen würde… .

Wieder angezogen sitze ich etwas später im Gang und warte auf die Nachbesprechung. Die zwei anderen, die vor mir dran waren, sitzen mit ihren Männern daneben. Mein Mann muss erstmal stehen – alle Stühle besetzt. Nach ca. 30 min werden wir gerufen. Die Arzthelferin will mir erklären, wie ich mich die nächsten Tage verhalten soll (nicht Baden gehen, kein Sex für mind. 5 Tage, als Schmerzmittel Ibuprofen oder Paracetamol, kein Aspirin, heute möglichst ausruhen, mind. 3 Liter trinken…) und gibt mir ein Rezept für Utrogest. „Utrogest hatte ich nicht so gut vertragen, deshalb habe ich das letzte Mal Crinone genommen.“ „Kein Problem, dann bekommen Sie ein neues Rezept.“ … „Es sollen ja alle Eizellen eingefroren werden – muss ich da überhaupt Progesteron nehmen.“ „Eingefroren? Das steht hier gar nicht, Moment, da muss ich mal nachfragen.“ Und tatsächlich – ich brauche erstmal kein Progesteron. „Das Post-It ist bei den hohen Temperaturen wohl abgefallen.“ 🙂

Als nächstes das Gespräch mit der Laborantin. Es wurden 15 Eizellen punktiert. 🙂 15 von 16 möglichen, das ist doch mal erfreulich. Auch wenn die Zahl für PCOS und die hohe Stimulation nicht unbedingt beeindruckend ist.

Morgen im Laufe des Vormittags bekommen wir einen Anruf, wie viele sich bei dieser PICSI haben befruchten lassen. 10 befruchtete Eizellen wären mein absoluter Wunschtraum, 7 wären auch schon ok. Damit wären die nächsten Versuche ohne vorherige Stimulation/ Punktion möglich. Aber abwarten. Ich will mir nicht zu viele Hoffnungen machen. Bei einer normalen Befruchtungsrate wäre das vielleicht realistisch, aber wenn die Qualität der Eizellen wieder so grottig ist wie beim letzten Mal, bleibt es wahrscheinlich beim Wunschtraum. 15 zu ? , das ist hier die Frage.

Jetzt möglichst entspannen und ablenken bis morgen… .

 

Kosten ICSI #1 – Money, Money, Money

Solange es sonst nichts Neues gibt, möchte ich hier mal unsere Kostenaufstellung für die erste ICSI teilen. Vorab – ganz so viel wie oben auf dem Foto war es zum Glück nicht.

Diese Tabelle habe ich zusammen mit den Rezepten und Belegen bei der AOK eingereicht, sie enthält also jeweils den Eigenanteil von 50%, den wir selbst vorstrecken mussten:

Kosten

Dazu kamen noch 250€ für Assisted Hatching, die wir komplett selbst übernehmen mussten. Nicht rückerstattet wurden außerdem jede Menge verlorene Nerven, Tränen und Blut.

Wenn wir die komplette Behandlung selbst gezahlt hätten, wären wir also bei ca. 3570€ rausgekommen. Das ist nicht wenig, aber ich hatte irgendwie mit noch mehr gerechnet. Für die ganzen Ultraschall- und Blutuntersuchungen gab es keine Rechnung. Anscheinend wird das komplett übernommen.

Bei den Rechnungen muss ich immer dran denken, dass auch mein Name draufstehen soll. Das geht in der Hektik leicht unter. Wenn es nicht gerade eine Apotheke neben einem KWZ ist, sind die mit der Tatsache, dass man den Namen auf der Rechnung und eine Kopie von Rezept braucht, meiner Erfahrung nach nicht vertraut.

Zum Glück zahlt die AOK die ersten drei Versuche ganz. Wir mussten zwar etwas auf die Rückzahlung warten, hatten aber ca. zwei Monate nach Einreichen der Unterlagen den kompletten Betrag (1658€) wieder auf dem Konto. Laut AOK haben die gerade sehr viel Zulauf von Kinderwünschlern.

 

(P)ICSI #2, ZT 15: Freeze all

Es wird kalt! Nicht draußen (leider, bei den Temperaturen momentan), aber für die befruchteten Eizellen, die es hoffentlich bald geben wird.

Heute hatte ich den letzten Ultraschall vor der Punktion, die jetzt definitiv für Montag um 7:20 Uhr festgelegt ist. Allerdings wurde so lange und hoch stimuliert, dass in diesem Zyklus kein Transfer stattfinden kann. Laut Ärztin, die nett und gesprächig war, ist mein Hormonspiegel so, dass es nicht mehr optimal für einen Transfer ist. Hinter den großen Follikeln befinden sich noch kleine, die fleißig auch mit Hormone produzieren. Bei einer eintretenden Schwangerschaft hätte ich ein hohes Risiko für eine Überstimulation. Außerdem mussten sie jetzt so lange Stimulieren, dass die Schleimhaut zwar dick genug, aber evtl. auch schon etwas zu alt für optimale Bedingungen bei der Einnistung ist. Der erhöhte Progesteronspiegel spricht dafür, wenn ich das richtig verstanden habe.

Der neue Plan ist also jetzt: Heute Abend das letzte Mal 100 IE Gonal-f und Menogon, morgen früh die letzte Spritze Orgalutran und morgen Abend um 19:10 Uhr zwei Auslösespritzen. Sonntag zur Abwechslung mal keine Spritze und am Montag dann um 7:20 Uhr nüchtern zur Punktion erscheinen. Spermien werden am Montag früh auch nochmal frisch gewonnen. Am Dienstag bekommen wir dann die Info wie viele Eizellen diesmal befruchtet wurden. Zum Glück habe ich an dem Tag diesmal Urlaub. Egal wie viele es sind – alle werden danach eingefroren. Freeze all! Bei dem Ausdruck denke ich aus irgend einem Grund an Poker. Hoffentlich kommt danach nicht wieder „All-In“ weil’s nur zwei Stück sind.

Laut Ärztin können am Montag maximal 16 Eizellen entnommen werden. Wahrscheinlich nicht ganz so viele. Der Plan höhere Stimulation für mehr Eizellen wird also wohl leider nicht aufgehen. Hoffentlich, hoffentlich ist die Befruchtungsrate diesmal besser. Diesmal werden jedenfalls alle Register gezogen. PICSI steht auf dem Programm, um nur wirklich biochemisch reife Samenzellen zu selektieren, statt nur auf das Aussehen zu achten (ich hab’s immer gesagt, gut aussehen ist nicht alles). Wenn mind. 4 Eizellen befruchtet werden kommt nach dem Auftauen noch eine Blastozystenkultur bis Tag 5, bei Tag 2 Transfer wieder Assisted Hatching. Die eventuelle Blastozystenkultur wird definitiv erst nach dem Auftauen gemacht.

Laut Ärztin wäre es gut zwei Zyklen bis zum Transfer abzuwarten, bis sich der Körper wieder komplett beruhigt hat. Die Sprechstundenhilfe meinte dann am Telefon einen Zyklus. Na ja – jedenfalls steht dann mal wieder Warten auf dem Programm. Aber das kennen wir ja schon…  .

Zum Schluss hier noch eine Impression meines beeindruckenden Hormon-Blähbauchs:

Hormonblähbauch_2
Nicht schwanger und keine Schildkröte verschluckt – Hormon-Blähbauch

ICSI #2, Zyklustag 14 – Und weiter geht die Spritzerei…

Schon Zyklustag 14 heute und noch immer keine Punktion. Die Eierstöcke reagieren leider nicht so schön, wie sie eigentlich sollten und die Follikel lassen sich Zeit mit dem Wachsen. Seit 13 Tagen spritze ich mir jetzt also schon jeden Abend Gonal-f und Menogon und jetzt noch morgens Orgalutran, um einen vorzeitigen Eisprung zu verhindern.

Diese Woche war ich schon Montag und Mittwoch im KWZ zur Kontrolle und muss morgen noch ein drittes Mal hin. Da kommt richtig Freude auf. Die Ärzte bei US waren unterschiedlich und haben auch unterschiedlich viele Follikel entdeckt. Wie viele jetzt genau wie groß waren habe ich schon wieder verdrängt. Ich meine das größte war gestern bei ca. 15mm. Nach dem Reinfall vom letzten Mal interessiert mich dann vor allem wie viele punktiert und dann befruchtet werden können. Hoffentlich stimmt diesmal die Qualität. Voraussichtlich wird die Punktion am Montag stattfinden. Eigentlich war mal Donnerstag, Freitag oder Samstag angedacht … . Morgen weiß ich es dann genauer.

Seit gestern werde ich jetzt den riesigen Blähbauch nicht mehr los, ich habe leichten Durchfall und leichte Übelkeit, ich weiß nicht mehr welchen Arm ich am besten für die Blutabnahme hinstrecken soll, hab gefühlt alle Ausreden für zu spät kommen auf der Arbeit durch, bin völlig entnervt von den Wartezeiten und der schlechten Organisation im KWZ, habe ein Mal das Rezept vergessen und ein mal im ganzen Stress und Frust vergessen bei der Apotheke vorzubestellen und – last but not least – ist mein Selbstmitleid ist schon fast auf Rekordniveau. Aber nur fast. Immerhin ist morgen Freitag, also habe ich danach wenigstens viel Zeit mich meinem Selbstmitleid hinzugeben. Also kein Grund für zu viel Selbstmitleid… . Oder so. 😉

Die körperlichen Symptome sind bisher noch auszuhalten, aber das KWZ macht mich fertig. Da habe ich für Mittwoch schon den frühesten Termin um 8 Uhr ergattert (durch ausmachen, bevor überhaupt feststand, dass ich am Mittwoch kommen soll), komme pünktlich um 8 Uhr an und … warte … und… warte … und … warte im morgens schon erstaunlich heißen und stickigem Wartezimmer bis kurz vor 9 Uhr. Auf dem Weg zur Arbeit danach hätte ich am liebsten nur geheult vor lauter Frust. Und wäre ich nicht auf dem Weg zur Arbeit gewesen und/oder hätte wasserfestes Make-up getragen, hätte es sicher gut getan den Frust so rauszulassen… .

So ungefähr fühle ich mich. Kopf gegen die Wand schlagen, aber momentan noch mit Helm:

baseball-player-frustration.jpg

Ich überlege mittlerweile wirklich ernsthaft, ob es sich nicht doch lohnt die Wartezeit durch längere Fahrerei zu ersetzen. Habe heute nochmal die Bewertungen vom KWZ durchgelesen. Anscheinend kriegt man da in letzter Zeit bei negativen Bewertungen häufig vom Chef persönlich einen Anruf, in dem mit dem Anwalt gedroht wird wenn die Bewertung nicht gelöscht wird. So kommt man auch zur Note 1.2. Na ja – momentan komme ich ganz gut ohne den extra Stress aus, aber irgendwann bin ich sicher mal in der Verfassung, es drauf ankommen zu lassen. 😉